Der Anteil der über 70-Jährigen im Land Sachsen-Anhalt liegt bei 20% – Tendenz klar steigend. Es ist natürlich gut, dass die Gesellschaft immer älter wird. Zum Älterwerden gehört aber auch, dass allen ein möglichst selbstständiges und selbstbestimmtes Leben in allen Orten bis ins hohe Alter ermöglicht wird. Diese Gewährleistung ist allerdings im Flächenland Sachsen-Anhalt vielerorts nicht mehr möglich, da etwa die Hälfe des Landes schon heute an hausärztlicher Unterversorgung leidet. 80% der Menschen leben bei uns im ländlichen Raum, also genau da, wo die Unterversorgung am gravierendsten ist. Hinzu kommt, dass wir bereits jetzt über 250 fehlende Hausärzt:innen haben.
Von einer flächendeckenden Versorgung kann also schon gar keine Rede mehr sein!
Diesen gesundheitsstrukturellen Notstand beanstanden meine Fraktion und ich sowohl im Parlament als auch auf der Straße, und das schon lange!
Die unzureichende Reaktion der Landesregierung setzt derweil auf eine langfristige und punktuelle Behebung. Was wir aber brauchen, sind kurzfristige Lösungen, neue Ideen, die funktionieren. Denn die Notlage existiert jetzt und erfordert jetzt wirksame Gegenmaßnahmen.
Eine solche Lösung meiner Partei wurde nun seitens des Parlamentes in den Ausschuss für Gesundheit überwiesen:
Das Medimobil.
Dass ein Antrag der Opposition im Landtag einstimmig überwiesen wird, zeigt, wie wichtig dieses Thema ist und wie groß der Gewinn an der Daseinsvorsorge für die Menschen sein wird. Und wie richtig und gut unser Vorschlag ist! Mit hausärztlichem Equipment wie zum Beispiel Laborschnelltestmöglichkeiten, einem Ultraschallgerät oder einem Lungenfunktionsmessgerät ausgestattet, soll das Medimobil spätestens ab dem 01.01.2025 auf Sachsen-Anhalts Straßen unterwegs sein.
Mit seinen Aufgaben sollen die überlasteten Hausärzt:innen – besonders im Norden des Landes – unterstützt werden.
Über die Telemedizin soll es mit den jeweils benötigten Fachärzt:innen verbunden sein. Der Zugang für mobilitätseingeschränkte Menschen ist beim Medimobil ebenfalls äußerst wichtig.
Doch was heißt es überhaupt, wenn ein Antrag an die entsprechenden Ausschüsse überwiesen wird? Das bedeutet, ein Antrag wird im jeweiligen Fachgremium definitiv – innerhalb von fünf Monaten – beraten werden muss. Dann gibt es drei Ausgangsmöglichkeiten für den Antrag: Ablehnung, Annahme mit Veränderungen oder die Annahme in der Ursprungsform. Dass ein Antrag von der Opposition jedoch überhaupt angenommen wird, noch dazu einstimmig, ist eher selten und daher ein großer Erfolg für meine Fraktion und mich. Jetzt heißt es also dranbleiben, auf dass unser guter und wichtiger Beitrag zur Bekämpfung der hausärztlichen Notlage im Land auch umgesetzt wird.
Für eine wohnortnahe und flächendeckende hausmedizinische Versorgung für alle!