Heute war es endlich so weit!
Ich durfte auf Einladung von Mario Ulbrich, seines Zeichens sowohl Vorsitzender des Werkstattrates als auch Chef-Hostienbäcker – einen Vormittag in der Hostienbäckerei der Pfeifferschen Reha-Werkstatt verbringen. Gemeinsam mit meiner Mitarbeiterin Gritt Kumar konnten wir Herrn Ulbrich nicht nur über die Schulter schauen, sondern gleich auch mal selbst Hand anlegen. Bei der Herstellung der Hostien gibt es eine Menge zu beachten und für die Herstellung braucht man Wissen, Geduld, Übung und Fingerspitzengefühl. Da ist es nicht verwunderlich, dass unsere ersten Versuche dem Blick des Profis, der im Jahr immerhin ca. 100.000 Hostien in Handarbeit (!) herstellt, noch nicht so ganz standhalten konnten. Aber Spaß hat es gemacht und es war gemütlich, denn bei einem gemeinsamen Kaffee gab es auch die Gelegenheit für persönliche Gespräche.
Im Anschluss an diesen erlebnisreichen Vormittag waren wir in das integrative Café Gusto eingeladen, das in die Werkstätten-Struktur überführt werden musste, nachdem es zu Zeiten der Pandemie in Not geriet – so, wie es vielen Gastronomiebetrieben erging.
In großer Runde trafen wir uns mit Mario Ulbrich, weiteren Mitstreiter:innen der PRW- Werkstatträte, der Frauenbeauftragten, der Theologischen Vorständin Ulrike Petermann, dem Vorstand Klaus-Dieter Schinkel sowie dem Geschäftsführer der Reha-Werkstatt für Menschen mit seelischer oder neurologischer Erkrankung Marc Fesca zu einem Austausch über die Probleme und Herausforderungen, mit denen sich die Werkstätten in diesen Tagen konfrontiert sehen. Allen voran sorgt die einseitige Kündigung des Landesrahmenvertrages der Eingliederungshilfe seitens des Sozialministeriums – berechtigt – für Existenzängste bei allen Beteiligten – aber am meisten wohl bei den Beschäftigten. Da das Ministerium auch nicht den Dialog sucht, um diese Ängste abzubauen, die Verhandlungen in der GK 131 nur oberflächliche Problemlagen ansprechen, aber dabei überhaupt nicht reflektiert wird, wie künftige Strukturen aussehen könnten, wird die Verunsicherung immer nur noch weiter geschürt. Transparenz sieht anders aus. Befürchtet wird, dass künftig auch Teilzeitstrukturen in den Werkstätten eingeführt werden könnten, die innerhalb dieser Strukturen kaum denkbar sind und die Existenz bedrohen. Entgegen aller Behauptungen des Ministeriums.
Ich werde weiterhin den Prozess der Verhandlungen zum Landesrahmenvertrag im Rahmen meiner politischen Tätigkeit kritisch begleiten – gerade auch bei den laufenden Haushaltsverhandlungen. Es kann und darf nicht sein, dass die Landesregierung – und hier insbesondere das Sozialministerium – die Träger der Eingliederungshilfe zum Sündenbock für ihre über Jahrzehnte hinweg verfehlte Inklusionspolitik macht!
Ich möchte mich bei allen Menschen – allen voran Mario Ulbrich – recht herzlich für diesen schönen und erlebnisreichen Tag bedanken, auch wenn sehr ernste Themen im Raum standen. Aber dann ist es umso wichtiger, miteinander ins Gespräch zu kommen und vor allen Dingen im Austausch zu bleiben, was wir mit Sicherheit tun werden.