Es ist in meinen Augen skandalös, wie das Sozialministerium mit Zustimmung der Koalition ohne erkennbaren fachlichen Grund hier die Axt an den Jugendschutz im Land Sachsen-Anhalt legt.
Gewachsene Netzwerkarbeit, vertrauensvolle Kooperationsstrukturen sowie Arbeitsplätze von hochmotivierten Jugendschützer:innen werden zerstört, weil der Träger der Obersten Landesjugendbehörde nicht zusagt.
Es gibt keinerlei Rückschlüsse, die dem Träger eine mangelhafte fachliche Arbeit bescheinigen.
Im Gegenteil – die Servicestelle Kinder- und Jugendschutz des Landes genießt bundesweit höchstes Ansehen. Es muss dem Sozialministerium und den Abgeordneten des Landtages ein Anliegen sein, diese Expertise weiter zu fördern und sie nicht mutwillig zu zerstören!
Ich selbst begleite diesen Prozess für meine Fraktion seit Beginn äußerst kritisch und habe dies bei der Landesregierung wiederholt hinterfragt.
Die Antworten sind nicht zufriedenstellend, sie zeugen von einer absoluten Einmaligkeit im Vorgehen zu Lasten der jungen Menschen im Land!
Daher haben wir auch im Rahmen der Haushaltsberatungen darauf gedrungen und per Antrag eingefordert, dass die Ankündigung der Vergabe eines Dienstleistungsvertrages für den Jugendschutz aus dem Haushalt gestrichen wird und die Förderung beim derzeitigen Träger FJP Media verbleibt. Dieser Antrag wurde durch die Koalition abgelehnt.
Ein Skandal mit furchtbaren Folgen für unzählige junge Menschen!
Auch für die noch Beschäftigten ist das eine enorme Belastung, zu sehen und sich daran beteiligen zu müssen, ihre wertvolle und geschätzte Arbeit abwickeln zu müssen. Die Landesregierung beklagt einen Fachkräftemangel und schickt gleichzeitig hochqualifizierte Fachkräfte des Jugendschutzes weg. Was für eine politische Doppelmoral!
Mit dem Träger selbst bin ich aktiv im Austausch und werde das selbstverständlich auch bleiben.
Wir werden den Erhalt der Servicestelle beim aktuellen Träger auch weiter forcieren und uns wie gehabt einsetzen!