Unsere Kinder und Jugendlichen sind nicht nur unsere Zukunft, sie sind auch unser Jetzt. Damit auch alle Kinder einer guten Zukunft entgegentreten können, brauchen sie überall eine umfängliche und vor allem qualitative Betreuung in den Kindertagesstätten unseres Landes.
Doch eben diese qualitative Betreuung hängt von den pädagogischen Fachkräften ab. Unsere Erzieher:innen leisten enormes. Und das bei dem bundesweit schlechtesten Personalschlüssel. In keinem anderen Bundesland kommen so viele Kinder auf eine Erzieherin. Die Fachkräfte sind maßlos überarbeitet und darunter leiden nicht nur die Fachkräfte selbst, sondern auch die Kinder merken dies, u.a. an verkürzten Öffnungszeiten und damit weniger Zeit zum Spielen mit den Freund:innen am Nachmittag
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Ver.di hat herausgefunden: Zwei von drei Erzieher:innen geben an, permanent an der Belastungsgrenze zu arbeiten. Folglich gehen über 75% des pädagogischen Personals davon aus, in ihrem derzeitigen Beruf nicht das Rentenalter zu erreichen. Das sind die Folgen insbesondere von schlechten Arbeitsbedingungen und extremer Arbeitsverdichtung. So klagen ebenfalls drei Viertel der Beschäftigten darüber, dass die Komplexität an Problemlagen in ihrem Beruf stark zugenommen. Auch hier sind es wieder die Kinder, die darunter leiden, wenn keine Zeit ist, für ein tröstendes Gespräch, für Zuhören, für das Vorlesen eines Buches.
Deshalb fordern wir, zusammen mit den Gewerkschaften, dass der Personalschlüssel deutlich verbessert wird und sämtliche Ausfalltage einberechnet werden: Urlaubstage, Krankentage, Fortbildungstage. Denn erst wenn das Personal nicht mehr überlegt, den Job zu wechseln, sondern sich jeden Tag freut, in die Kita zu gehen – dann bekommen wir einen echten Qualitätsschub. Auch können wir so verhindern, dass die jährlich 1.100 an den pädagogischen Fachschulen ausgebildeten Fachkräfte nicht mehr in andere Bundesländer abwandern.
Zu den weiteren zentralen Forderungen meiner Partei gehören das kostenfreie Mittagessen für alle Kinder in allen Einrichtungen. Die Inflation, welche der größte Preistreiber bei Lebensmitteln ist, sorgt für einen Preisanstieg beim Kitaessen. Mehr und mehr Familien können sich die Mittagsversorgung in der Kita schlichtweg nicht mehr leisten. Aber ein warmes Mittagessen darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein!
In den 215 Gemeinden unseres Landes ist ein gigantischer Wildwuchs bei den Elterneiträgen in den letzten Jahren entstanden. Kostet ein zehnstündiger Krippenplatz in Magdeburg 150€, so sind es in der Gemeinde Brücken-Hackpfüffel im Landkreis Mansfeld Südharz hingegen 356,70€. Das ist weit mehr als die doppelte Summe!
In den Kindergärten ist die Spanne jedoch noch weitaus größer: Hier zahlen Eltern für einen zehnstündigen Platz in Magdeburg 80€ – in der Gemeinde Brücken-Hackpfüffel im Landkreis Mansfeld Südharz dagegen 255,64€. Das bedeutet eine Verdreifachung des Beitrages!
Am eklatantesten ist der Unterschied allerdings in der Hortbetreuung: 28€ kostet ein sechsstündiger Hortplatz in Barby im Salzlandkreis. Der gleiche Platz kostet in Eilsleben, Harbke, Völpke und Wefensleben, alle im Landkreis Börde, unfassbare 178,88€. Von diesem Geld könnte man in Barby sechs Kinder im Hort betreuen.
Verursacht wird dies durch die Mehrkindregelung. Was gut gemeint ist, ist noch lange nicht gut gemacht. Und es befördert ungleiche Lebensbedingungen in den Gemeinden. Genau dieser Willkür haben meine Fraktion und Ich den Kampf angesagt! Es darf nicht sein, dass es vom eigenen Wohnort abhängt, wie viel ein Platz in der Kinderbetreuung kostet. Genau deswegen fordern wir als Linke die Elternbeiträge komplett und für alle abzuschaffen. Dies würde den Eltern nicht nur eine Menge Geld sparen, es würde uns allen vor allem auch jede Menge Bürokratie ersparen. Denn die Betreuungsstunde eines jeden Kindes zu listen, Anträge auf Beitragsfreiheit zu stellen, Widersprüche einreichen etc. Die Liste der Bürokratie ist viel zu lang!
Wir fordern deutlichen Bürokratieabbau. Dieser geht vor allem damit einher, wenn Anträge zur Übernahme der Kosten nicht mehr gestellt und folglich nicht mehr bearbeitet werden müssen. Ähnlich verhält es sich beim Anspruch auf einen 10-stündigen Platz sowie auf ein kostenfreies Mittagessen.
Die Politik hat die Aufgabe, allen Kindern gleichwertige, gute Startbedingungen in ihr Leben bereitzustellen. Diesem Anspruch wird die Landesregierung bislang absolut nicht gerecht und auch hier zeigt sich wieder einmal: Soziale Gerechtigkeit – auch für unsere Jüngsten – gibt es nur mit links!