Vor genau 80 Jahren, am 13. April 1945, wurden hier, auf dem Gelände des Stadions „Neue Welt“, mindestens 42 Häftlinge des KZ-Außenlagers Poltewerke in Magdeburg von SS- und Volkssturmeinheiten – darunter auch Jugendliche der Hitlerjugend – brutal ermordet.
Es war der letzte Frühling des Krieges, wenige Wochen vor der Befreiung. Doch für viele der über 3.700 Häftlinge, die an jenem Tag aus den Baracken gerissen und auf einen sogenannten „Evakuierungsmarsch“ geschickt wurden, bedeutete dieser Tag das Ende ihrer Hoffnung – und für viele den Tod.
Als bei einer Rast auf dem Stadiongelände amerikanische Truppen in der Ferne hörbar wurden, brach unter den Gefangenen Panik aus. Sie suchten Schutz – doch das Wachpersonal reagierte mit mörderischer Gewalt. Diejenigen, die ohnehin schon geschwächt, gedemütigt und entrechtet waren, wurden Opfer eines grausamen Verbrechens.
Der Todesmarsch, der in Richtung Sachsenhausen und Ravensbrück führte, forderte noch unzählige weitere Leben. Viele Namen dieser Opfer kennen wir nicht. Aber wir kennen ihr Schicksal – und wir tragen Verantwortung dafür, dass es nicht vergessen wird.
Wir sind heute hier, um zu erinnern.
Um zu trauern.
Und um zu mahnen.
Ich danke allen, die dazu beigetragen haben, dass wir diesen Ort des Gedenkens würdevoll am umgesetzten Gedenkstein begehen können. Ganz besonders den engagierten jungen Menschen vom Projekt Bunte Werkstatt für ihr Engagement. Durch eure Initiative ist dieser Ort ein sichtbares Zeichen geworden – ein Ort, der spricht. Ein Ort, der nicht schweigt.
Das Erinnern an die Verbrechen des Nationalsozialismus ist nicht nur eine historische Pflicht – es ist ein Auftrag an uns alle, hier und heute. In einer Zeit, in der Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus wieder laut werden, müssen wir umso lauter für Menschlichkeit, für Vielfalt, für Frieden und Freiheit eintreten.
Denn: Das Gedenken ist nicht nur Rückblick. Es ist auch Ausblick. Es ist Warnung. Und es ist Haltung.
Möge das Gedenken an die Opfer des 13. April 1945 nie verblassen.
Und möge unser Handeln ihnen gerecht werden.